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Kolumne: Willkommen in der Normalität – Deutschland vs. Kroatien 1:2

12. Juni 2008
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Von Kai

Am heutigen Abend verlor die Deutsche Mannschaft nach einer schlappen Leistung in Klagenfurt gegen Kroatien mit 1:2. Pünktlich zum Abpfiff öffnete sich der Himmel und es ergoss sich ein Sommerregen über München. Man könnte meinen der Himmel der bayrischen Hauptstadt würde stellvertretend für die vielen enttäuschten Fans weinen.

Natürlich geht es bei junges München nicht um Fußballergebnisse und sportliche Details – so überlassen wir die Analye des Spiels den Experten. Uns interessieren die Menschen, die Fans, junge Menschen in München und wer nach diesem glanzlosen Spiel noch hinschauen wollte, konnte auf dem Heimweg neben den hupenden und jubelnden Kroaten auf der Leopoldstraße in München viele enttäuschte, ja fast entgeisterte Gesichter sehen.

Junge Menschen, deren aufgemalte Deutschlandflaggen auf den Wangen verschmierten. Nicht von den Umarmungen im Siegestaumel, sondern von den Wischern die kleinen Tröpfen Tränen aus den Augenwinkeln zu entfernen. Die übermäßig angeschafften Deutschland-Fahnen, Flaggen und allerlei sonstiger lächerlicher aber doch irgendwie schöner Fan-Krimskrams wurde in Taschen gestopft mit gesenktem Haupt nach Hause getragen.

Hatte die WM 2006 – das Sommermärchen – viele erst zu Fußballfans gemacht, zeigen sich jetzt in der Leidensfähigkeit die wahren Fans. Viele ließen sich von der grenzenlosen Euphorie vor zwei Jahren mitreißen und gerade diese Fans schienen heute abend vollkommen desillusioniert.

Wo ist die Party geblieben? Wieso gewinnen wir nicht weiter?

Wer schon sein Leben lang Fan ist kennt auch die traurigen Seiten des Fußballs, als Fan von 1860 ist man Abstiege und Niederlagen gewohnt und selbst als Anhänger der erfolgsverwöhnten Bayern kennt man die bitteren Momente, wie beispielsweise das verlorene Champions League Finale vom 26. Mai 1999, als man den sicher geglaubten Sieg gegen Manchester in der 91. und 92. Minute doch noch verspielte.

Fußball ist, wenn Männer weinen.

Zeigen sich die wahren Freunde meist erst in den schlimmsten Momenten im Leben, so ist es auch in der Welt des Sports, denn machen nicht genau diese Momente erst einen wahren Fan aus? Zu seinem Team stehen, komme was wolle.

Doch Kopf hoch, noch ist nichts verloren.

Ein Sieg gegen Österreich und wir sind sicher weiter, danach ist alles möglich und wir hören doch seit Jahren den vielbeschworenen Satz „Wir sind halt eine Turniermannschaft“. Womöglich erleben wir bei dieser Europameisterschaft noch ein versöhnliches Ende. Aber selbst wenn nicht, möchte ich hoffen dass viele dennoch Fußballfans bleiben.

Fußball ist eben nicht immer Sonnenschein. Stimmts, liebe Engländer?

Foto: StewieD under cc



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2 Kommentare

  1. liane:

    Ich bin nur froh, daß die Ösis nicht aufgedreht und uns ein fußballtechnisches Veilchen verpaßt haben. Sie waren besser als sie eingeschätzt wurden. Jetzt können wir Vizeeuropameister werden.

    lg liane

  2. In der Tat … Glück gehabt … Das Spiel gegen Portugal wird nun richtig hart, aber wenn wir das überstehen ist Alles möglich!

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